NACH WERNE

  • Vor dem Ausbau nach Werne lag die Haltestelle der Linie H direkt vor dem Bahnhof.
    Historische Postkarte - Sammlung Stadt Bochum, Pressestelle

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Nach der Übernahme durch die Westfälische Straßenbahn GmbH erhielt die Kaisersteg-Linie den Buchstaben „H“.

In Langendreer Nord war in den acht Jahren seit der Eröffnung der Verbindung zum Kaisersteg ein respräsentativer neuer Zentralbahnhof für Langendreer entstanden. Das 1908 eröffnete Bahnhofsgebäude ist bis heute als Kulturzentrum erhalten.

Mit dem Neubau des Bahnhofs lag es nahe, auf kurzem Weg eine direkte Verbindung in das nur etwas mehr als einen Kilometer Luftlinie entfernte Werne zu schaffen. Es gab jedoch keine Straßenverbindung.

Die Grundstücke zwischen dem Bahnhofs-Neubau und der Post in Werne gehörten größtenteils dem Werner Bauunternehmer Martens. Er hatte ein Interesse daran, die Flächen für Wohn- und Indusrieansiedlungen zu erschließen. Deshalb unterbreitete er der Westfälischen Straßenbahn den Vorschlag, eine Privatstraße vom Bahnhof nach Werne zu bauen. Die Kosten für die doppelgleisige Gleistrasse sollte die Straßenbahn übernehmen, die restlichen Kosten wollte Martens zunächst selbst übernehmen.

Am 15. und 17. Mai 1912 wurde das Projekt vertraglich besiegelt. Im weiteren Verlauf der Planung wurde auch die zunächst passive Gemeinde Langendreer eingebunden. Auch sie hatte ein Interesse an der neuen Verbindung und war bereit, einen Großteil der Kosten zu übernehmen.

Davon profitierte im vor allem Martens. Die Westfälische Straßenbahn sollte weiterhin die Kosten für das Doppelgleis und die Pflasterung des Gleisbereichs tragen..

Am 10. März 1913 wurden die behördlichen Genehmigungen für das Projekt „Wernerstraße“ erteilt. Mitte Juli 1913 konnten die ersten Gleise verlegt werden. Am 1. November 1913 waren Straße und Gleise fertiggestellt.

Am Amtshaus in Werne wurde eine Verbindung zur bereits bestehenden, ehemals Märkischen Strecke von Werne nach „Kranefeld“ hergestellt. Die landespolizeiliche Abnahme der 1,34 Kilometer langen, doppelgleisigen Trasse erfolgte am 28. November 1913.

Parallel zum Neubau der Wernerstraße wurden zwischen Juli und September 1913 die Gleise zwischen Langendreer Denkmal und Kaisersteg erneuert. Die ursprünglich angelegten Ausweichen vor dem Amtshaus Langendreer und an der Blücherstraße wurden durch eine neue Ausweiche in der Langendreerer Kaiserstraße ersetzt. Ansonsten blieb die Gleislage mit Ausnahme einer geringfügigen Gleisverschwenkung in Höhe des Marktplatzes unverändert.

Unmittelbar nach der Abnahme der Neubaustrecke in der Wernerstraße (heute „Am Heerbusch“) wurde die Kaisersteg-Linie H von Langendreer-Nord über die Wernerstraße nach Werne verlängert.