AMTSHAUS – BAHNHOF

Nachdem der mit Priorität vorangetriebene Anschluss nach Castrop hergestellt war, wurde am 6. Dezember 1902 eine weitere Strecke über die Lütgendortmunder Kaiserstraße (heute Werner Straße) zur Kaiserlichen Post in Lütgendortmund in Betrieb genommen. Ein Bild dieser ersten Endstelle, Ausschnitt aus einer Postkarte aus dem Verlag A. Rosenberg, Lütgendortmund, befindet sich am Ende dieses Kapitels.

Wenige Tage später, am 11. Dezember 1902 wurde die Strecke über die Bergstraße (heute Obere Lütgendortmunder Straße), die Oespeler Straße (heute Lütgendortmunder Straße) und über den Lütgendortmunder Hellweg bis zur Gemeindegrenze zwischen Lütgendortmund und Oespel-Kley verlängert.

Der neue, rund zwei Kilometer lange Streckenast wurde mit der von Langendreer-Nord kommenden Linie 4 verbunden.

ZUM BAHNHOF LÜTGENDORTMUND

1908 wurde der neue Bahnhof in Langendreer eröffnet. Damit bekam Lütgendortmund zwar eine sehr gute Anbindung an die Eisenbahn. Die weit vom Ortskern entfernte Station Lütgendortmund an der Bismarckstraße (heute Karolinenstraße) in der Gemeinde Oespel-Kley war mit der Straßenbahn nicht zu erreichen.

Das änderte sich mit dem Bau eines neuen Bahnhofs für Lütgendortmund – erneut in der Gemeinde Oespel-Kley. Er lag an der heutigen Borussiastraße und damit schon ein gutes Stück näher als die alte Station.

1910 wurde der Bahnhof fertiggestellt. Parallel zum Abschluss der Bauarbeiten verlängerte die Märkische Straßenbahn ihre Strecke um 262 Meter von der bisherigen Endstelle an der Gemeindegrenze bis auf den neuen Bahnhofsvorplatz.

Am 1. Januar 1912 nahm auch der Landkreis Dortmund eine Straßenbahnverbindung von Dorstfeld über Marten zum neuen Bahnhof Lütgendortmund in Betrieb. Da die „Elektrischen Strassenbahnen des Landkreises Dortmund“ auf Normalspur (1435 mm) verkehrten, wurde die Endstelle dieser Strecke parallel zur Endstelle der Märkischen Straßenbahn angelegt.

Das Beitragsbild, ein Ausschnitt aus einer Mehrbildkarte aus dem Verlag von Hermann Lorch (Sammlung Ludwig Schönefeld) zeigt einen Triebwagen der Märkischen Straßenbahn am Bahnhof. Im Vordergrund ist die Bordsteinkante zu erkennen, die als Abgrenzung zur Endstelle der Dortmunder Landkreisbahn diente.

BOCHUM-CASTROPER STRASSENBAHN

Wenige Tage nach dem Landkreis Dortmund, am 20. Januar 1912 eröffnete als drittes Verkehrsunternehmen die Bochum-Castroper Straßenbahn im Anschluß an die Strecke von Bochum über Harpen bis zur Bauernschaft Dellwig Holte das neue Streckenstück Dellwig Holte – Amtshaus Lütgendortmund.

Die Strecke verlief von der Harpener Straße (heute Harpener Hellweg) kommend über die Limbecker Straße zum Markt.

Eine Verbindung zu den Gleisen der Märkischen Straßenbahn wurde zunächst nicht hergestellt. Erst zwischen 1913 und 1916 folgte der Lückenschluss über die Wilhelmstrasse (heute ebenfalls Limbecker Straße).