KOHLEHANDEL

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Die Kohlehandlung Gustav Nachrodt am Bahnhof Witten-Ost in der Pferdebachstraße wurde zum ersten Güterverkehrs-Kunden der Westfälischen Straßenbahn in Witten.

Sie vereinbarte mit der Verwaltung der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten AG und der Westfälischen Straßenbahn den Bezug von Kohle mit Straßenbahn-Güterzügen von der Zeche Bruchstraße in Langendreer.

Das Zechengelände lag nördlich des Bahnhofes Langendreer und der neuen Wernerstraße. Für die Zechenbahn war mit dem Bau der Wernerstraße eine Überführung in Höhe der heutigen Kleingartenanlage angelegt worden. Hier entstand anfangs ein einfacher, 15 Tonnen Kohle fassender Holzbunker. Über diesen wurden die auf einem parallel zum Streckengleis angelegten Ladegleis bereitstehenden Güterwagen der Straßenbahn beladen.

Im Sommer 1918 wurde der im Straßenprofil liegende Bunker auf Rechnung der Westfälischen Straßenbahn durch einen neuen, seitlich des Zechengleises angeordneten Bunker ersetzt. Er konnte 30 Tonnen fassen. Für die Beladung der Straßenbahngüterwagen standen sechs Schütten zur Verfügung.

In Witten wurden die Straßenbahngüterwagen auf der Pferdebachstraße per Hand in bereitstehende Fuhrwerke der Kohlehandlung verladen. Dafür wurde das nach der Streckenumlegung von 1914 und 1915 weiterhin in der Pferdebachstraße vorhandene Gleis genutzt. Die Oberleitung wurde neu angelegt.

Am 9. Februar 1917 wurde der Kohletransport aufgenommen, in der Regel mit jeweils zwei, jeweils fünf Tonnen fassenden Güterwagen pro Fahrt. Am 20. Juni 1917 konnte die Westfälische Straßenbahn dann den ersten, in eigener Werkstatt gebauten 10-Tonnen-Selbstentladewagen einsetzten. Für diesen wurde das Fahrgestell eines ausgemusterten Triebwagens der Märkischen Straßenbahn verwendet.

Der Kohleverkehr von der Zeche Bruchstraße nach Witten noch bis zum September 1924 weitergeführt. 1926, als flächendeckende Luftaufnahmen des Ruhrgebiets entstanden, war der Kohlebunker an der Wernerstraße bereits demontiert.