AUS FÜR DIE LINIE 20

Die Linie 20 blieb über den gesamten Zweiten Weltkrieg und durch die ersten Jahrzehnte der Nachkriegszeit in Langendreer „heimisch“. Teile der Strecke wurden sogar ausgebaut.

Ein Beispiel dafür ist die kurze Neubaustrecke, die 1962 im Bereich der Rüsingstraße parallel zur Zechenanschlussbahn Robert Müser angelegt wurde, um die enge Durchfahrt der Rüsingstraße zu entschärfen.

Und dennoch: Am 30. Juni 1969 wird die Linie 20 eingestellt.

Die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG hatte dafür gute Gründe. Sie bezweifelte, dass sich die durch den Bau der Autobahn A 43 notwendige Verlegung der Strecke zwischen Laer und Werne auf den neuen Werner Hellweg amortisieren würde. Die weitere wirtschaftliche und demographische Entwicklung von Werne im Kontext des bevorstehenden Strukturwandels vom Bergbau zu neuen Industrien war für die damaligen Entscheider nicht absehbar.

Ersetzt wurde die Linie 20 durch die Omnibuslinie 45, die zuvor die Strecke Bochum Rathaus – Opel Hauptverwaltung bedient hatte. Sie wurde über den Bahnhof Langendreer hinaus bis zum Denkmal weitergeführt.

Das Beitragsbild (Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund – Sammlung Ludwig Schönefeld) zeigt einen 1948 von der Düsseldorfer Waggonfabrik hergestellten „Aufbauwagen“ im Einsatz auf der Linie 20 am Bahnhof Langendreer. Vermutlich wurde das Bild an einem Wochenende aufgenommen. An Werktagen waren die Wagen üblicherweise mit einem Beiwagen unterwegs.

Die „Aufbauwagen“ waren keine kompletten Neubauten. Eigentlich waren nur die Aufbauten neu. Die Fahrgestelle stammten überwiegend von Fahrzeugen, deren Aufbauten im Zweiten Weltkrieg zerstört worden waren. Die in Düsseldorf gebauten Fahrzeuge erhielten die Fahrgestelle von Trieb- und Beiwagen, die die Waggonfabrik Gastell in den Jahren 1927 und 1928 für die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG gebaut hatte.

Eine Bildfolge, deren Schwerpunkt auf den letzten Betriebsjahren der Linie 20 liegt, finden Sie auf meiner Bochumer Website „Rund um den Kuhhirten“.