WIEDERAUFBAU

Die Wittener Innenstadt wurde von den Bombardements des Zweiten Weltkriegs schwer getroffen. Wie im benachbarten Bochum kam auch in Witten der Wiederaufbau einem Neubau gleich.

Die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG und die Stadt Witten nutzten die Gelegenheit, um die in der Zwischenkriegszeit aufgeschobene zweigleisige Ertüchtigung der Stadtstrecken voranzutreiben.

EIN MARKT IM STADTZENTRUM

Das Stadtzentrum ist heute der Wittener Markt. Die aktuelle Dimension des Platzes wurde durch den Abbruch des schwer beschädigten Häuserblocks zwischen dem Kornmarkt und dem Alten Markt geschaffen. Im Norden wird der Marktplatz durch das Rathaus und die Johanniskirche begrenzt, im Süden durch die Nachkriegsbauten der Bahnhof- und Johannistraße. Auf der Ostseite der Hauptstraße entstand in den 1950er-Jahren ein modernen Omnibusbahnhof.

Von der neu geschaffenen Zentralhaltestelle der Straßenbahn wurde die Hauptstraße bis zum Marienhospital auf vier Fahrspuren für den Individualverkehr verbreitet. Die doppelgleisige Trasse der Straßenbahn fand nunmehr Platz in der Straßenmitte.

Vor dem Hospital entstand ein doppelgleisiges Dreieck. Die ursprünglich als Güterstrecke gebaute und als Betriebsgleis noch vorhandene Strecke durch die Ardeystraße zur Annenstraße wurde für die Linie 11 ertüchtigt und ebenfalls doppelgleisig ausgebaut.

In der Annenstraße wurde der zweigleisige Ausbau bis zur Endstelle am Bahnhof Annen fortgesetzt. Die einzige Engstelle blieb hier noch bis Ende der 1960er-Jahre die Überführung der „Rheinischen Bahn“. Die enge Streckenführung in der Johannisstraße konnte nach dem Ausbau der Verbindung über die Ardeystraße aufgegeben werden.

  • Die Kreuzung am Marienhospital wird ausgebaut: Mit doppelgleisigem Abzweig nach Annen.
    Postkarte Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund - Sammlung Ludwig Schönefeld

GLEISSCHLEIFE AM HAUPTBAHNHOF

Am Wittener Hauptbahnhof wurde Mitte der 1950er-Jahre eine Gleisschleife über die Bergerstraße, die Bellerslohstraße und die Lessingstraße gebaut. Damit wäre zwischen der Wendeschleife „Wattenscheider Straße“ in Bochum und Witten ein Einsatz der ab 1952 von der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG beschafften Großraum- und Einrichtungswagen möglich gewesen. Dazu kam es jedoch zu keinem Zeitpunkt.

1982 wurden die Schleifenfahrten eingestellt. Die Wendeschleife wurde zurückgebaut.

Nach der Einstellung der Linie 320 wurde auch das Gleisdreieck am Marienhospital entfernt.

In jüngster Vergangenheit wurden Strecken und Haltestellen erneut modernisiert, um einen niveaufreien Zugang zu den heute in Witten eingesetzten Niederflurwagen zu ermöglichen.

Das Beitragsbild, aufgenommen am 19. September 2019 von Stefan Höltge an der Haltestelle Witten Rathaus, dokumentiert wie die anschließende Bildfolge den über viele Jahre in Witten üblichen Einsatz der sogenannten M-Wagen.

  • Triebwagen 311 ist auch noch 2019 in der Stadtbahn-Lackierung der M-Wagen unterwegs.
    Foto Stefan Höltge