LINIEN G UND H

Am Kaisersteg und in Werne traf die Linie H auf die Linie G, die seit dem 15. Mai 1912 auf der ursprünglichen Trasse der Märkischen Straßenbahn die Strecke Laer – Uemmingen – Kaisersteg – Werne – Baulager / Depot Lütgendortmund bediente.

Anders als die Linie H wurde die Linie G vergleichsweise wenig genutzt. Dennoch hatte die Westfälische Straßenbahn 1914 auch im Streckenverlauf der Linie G im Bereich der Gasstraße erste Gleiserneuerungen durchgeführt. Im Vergleich zu der neu eröffneten Linie über die Werner Straße waren große Teile der Strecke in einem schlechten Zustand.

EINSTELLUNG LINIE G

Die Mobilmachung für den Ersten Weltkrieg im August 1914 führte im gesamten Wittener Straßenbahnnetz und damit auch in Langendreer zu erheblichen Einschränkungen. Ab dem 3. August 1914 wurde aufgrund des durch die Einberufungen ausgelösten Personalmangels auf allen Linien anstelle des 10-Minuten-Taktes ein 20-Minuten-Takt eingeführt. Die Linie G wurde zwischen Laer und Langendreer Süd (Kaisersteg) eingestellt.

In den folgenden Monaten war die Westfälische Straßenbahn aufgrund des Personal- und Rohstoffmangels gezwungen, alle Linien auf ihre Rentabilität hin zu überprüfen. Die Linie G hielt den Kriterien nicht stand. Trotz erheblicher Proteste der Gemeinde Langendreer folgte am 1. März 1915 auch die Einstellung zwischen Langendreer Süd und Werne.

In Werne bestand seit der Inbetriebnahme der Neubaustrecke in der Wernerstraße im November 1913 eine Gleisverbindung zwischen der Linie G und der Linie H. Damit konnte die vom Bahnhof Langendreer kommende Linie H ab Werne das Teilstück über die Kaiserstraße (nach 1929 Kreyenfeldstraße) und die Hellwegstraße (heute Werner / Lütgendortmunder Hellweg) nach „Kranefeld“ übernehmen.

Da die Einstellung der Linie G als „vorübergehend“ klassifiziert wurde, blieben die Gleise zunächst liegen. Die Oberleitung, für deren Masten ohnehin eine Ertüchtigung ausstand, wurde jedoch demontiert und zusammen mit überflüssigem Material von anderen Streckensanierungen als Sekundärrohstoff an die Heeresverwaltung verkauft.

ANGEBOTSEINSCHRÄNKUNG

Im weiteren Verlauf des Ersten Weltkrieges wurden immer mehr Fahrer und Schaffner zum Militärdienst verpflichtet. Die Frauen, die ihren Dienst übernahmen, konnten die Ausfälle nur zum Teil kompensieren.

Das Beitragsbild vom Bahnhof Langendreer steht symbolisch für die Einschränkungen während des Ersten Weltkriegs. An der wichtigen Umsteigehaltestelle auf dem Bahnhofsvorplatz herrscht eine bedrückende Leere (Verlag Friedrich Kleine, Werne – Sammlung Peter Kracht).

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