IN DER STADT

  • 1905 begegnen sich zwei MAN-Triebwagen am Markt.
    Postkarte Verlag Reinecke & Rubin Magdeburg (Ausschnitt) - Sammlung Ludwig Schönefeld

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Während die Märkische Straßenbahn bereits bei ihrer Eröffnung einen Bahnanschluss zur Ruhrtalbahn in Bommern herstellte, wurde der westlich der Innenstadt liegende Bahnhof der am 20. Dezember 1848 eröffneten Eisenbahnstrecke von Schwelm über Witten und Hagen nach Dortmund zunächst nicht an das Straßenbahnnetz angeschlossen.

Ein Grund dafür war möglicherweise die über Jahre geplante Neuanlage des Bahnhofs. Der Neubau wurde erforderlich, nachdem sich Witten durch die Eröffnung der direkten Verbindung über Annen nach Dortmund am 6. Juli 1857, der Verbindung nach Wetter am 15. November 1859 sowie durch die Inbetriebnahme der Strecke von Bochum über Langendreer nach Witten am 26. Oktober 1860 zum Eisenbahnknoten entwickelt hatte.

Mit der Eröffnung der Bergisch-Märkischen Central-Werkstatt am 5. Juni 1863 stieg die Bedeutung des Bahnhofs weiter an. Sie wurde 1873 um eine Weichenschmiede ergänzt, die sich über die Jahre zu einem der größten Arbeitgeber in der Stadt entwickelte.

Bereits 1872 wurde ein Grundstück für einen Bahnhofsneubau erworben. Tatsächlich gebaut wurde jedoch erst deutlich später: Ab dem 18. September 1899 entstanden das bis heute bestehende Bahnhofsgebäude und der Bahnhofsvorplatz. Die gesamten Gleisanlagen wurden um vier Meter erhöht. Damit einher ging der Bau der westlich vom Bahnhof liegenden Eisenbahnunterfühung der Wittener Bahnhofstraße.

Auf die Streckeneröffnungen 1850er-Jahre folgte im Dezember 1880 durch die Rheinische Bahngesellschaft die Eröffnung einer weiteren Verbindung von Langendreer über die heute zu Witten gehörenden Gemeinden Düren und Stockum nach Löttringhausen. Der Bahnhof „Stockum“ entstand auf dem Gelände eines aufgegebenen Bauernhofes an der Grenze zwischen Düren und Stockum, südöstlich von der heutigen Pferdebachstraße.

Nach der Kommunalreform der 1920er-Jahre erhielt der Rheinische Bahnhof in Abgrenzung zum Bergisch-Märkischen Bahnhof die Bezeichnung „Witten-Ost“. Er blieb bis zum 30. November 1979 für den Personenverkehr in Betrieb. Drei Jahre später wurde auch der Güterverkehr eingestellt. Heute ist die als „Rheinischer Esel“ bezeichnete Trasse ein beliebter Radweg.

Für den Bergisch-Märkischen Bahnhof setzte sich die Bezeichnung „Witten-West“ durch. 1940 wurde er als „Hauptbahnhof“ qualifiziert. Als Endstelle der Straßenbahn war die alte Bezeichnung auch danach noch über Jahrzehnte präsent.

  • Das gab es nur 1899: Der Pendelwagen Bahnhof - Kornmarkt wartet am Sackträgerbrunnen.
    Postkarte Verlag Trinks & Co. G.m.b.H., Leipzig - Sammlung Ludwig Schönefeld

PENDELWAGEN

Zeitgleich mit der Straßenbahnstrecke von Langendreer Nord nach Bommern entstand eine 550 Meter lange Anschlussstrecke zwischen dem Kornmarkt und Bahnhof Witten-West. Auch für sie war am 27. September 1898 die Konzession erteilt worden. Die Abnahme durch die Landespolizei erfolgte am 4. Januar 1899.

Die Strecke folgte dem Verlauf der heutigen Bahnhofstraße. Sie wurde mit einem Pendelwagen betrieben. Am Bahnhof Witten-West mussten die Fahrgäste einige Meter zur Eisenbahn laufen.

Nach der Eröffnung der Linie nach Annen am 4. März 1899 wurden die Wittener Stadtstrecke und ihr Pendelwagen in die Linienführung Witten West-Bahnhof – Kornmarkt – Annen-Süd integriert.