STARKE ACHSEN

  • Die Westfälische Straßenbahn trieb den zweigleisigen Ausbau in Witten voran. Sommer 1937.
    Verlag Heinrich Koch, Essen (Ausschnitt) - Sammlung Ludwig Schönefeld

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Auch in der Phase des Gemeinschaftsverkehrs investierte die Westfälische Straßenbahn GmbH in den Ausbau des Wittener Streckennetzes.

Im Geschäftsjahr 1926 wurde die Crengeldanzstraße bis zur Kreuzung mit der Hauptstraße und der Ardeystraße in Höhe des Marienhospitals zweigleisig ausgebaut.

Im Geschäftsjahr 1927 folgte der zweigleisige Ausbau der Hauptstraße zwischen dem Marienhospital und dem Kornmarkt. Auch die Bahnhofstraße wurde im Hinblick auf den geplanten Bau der  Straßenbahnstrecke von Witten über Heven nach Herbede zweigleisig ausgebaut.

Der Zuwachs an zweigleisigen Streckenstücken ermöglichte im Geschäftsjahr 1928 die Realisierung eines 10-Minuten-Taktes zwischen dem Wittener Markt und dem Bahnhof in Langendreer durch die Verstärkerlinie „P“.

Die Linie P bewährte sich im ersten Anlauf nicht. Am 1. Juli 1929 wurde der 10-Minuten-Verkehr zwischen Witten Markt und Langendreer Bahnhof wieder aufgegeben. Es ist jedoch bekannt, dass die Pendellinie in den folgenden Jahren noch einmal auflebte. So taucht sie beispielsweise 1936 erneut im Lininennetz auf.

  • Bis Mitte der 1950er-Jahre war noch die alte Endstelle am Wittener Bahnhof in Betrieb.
    Postkarte Verlag Hubert Knappe, Düsseldorf - Sammlung Ludwig Schönefeld

NACH DEM KRIEG

Die Wittener Innenstadt wurde von den Bombardements des Zweiten Weltkriegs schwer getroffen. Der Wiederaufbau kam einem Neubau gleich.

Die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG und die Stadt Witten nutzten die Gelegenheit, um die in der Zwischenkriegszeit aufgeschobene zweigleisige Ertüchtigung der Stadtstrecken voranzutreiben.

Im Stadtzentrum dominiert seither der Wittener Markt. Die heutige Dimension des Platzes wurde durch den Abbruch des schwer beschädigten Häuserblocks zwischen dem Kornmarkt und dem Alten Markt geschaffen. Der Marktplatz wird im Norden durch das Rathaus und die Johanniskirche und im Süden durch die Nachkriegsbauten der Bahnhof- und Johannistraße begrenzt.

Vom Markt, der fortan die Zentralhaltestelle der Straßenbahn und im östlichen Bereich einen neuen Omnibusbahnhof aufnahm, wurde die Hauptstraße bis zum Marienhospital doppelgleisig ausgebaut. Vor dem Hospital entstand ein doppelgleisiges Dreieck.

Die ursprünglich als Güterstrecke gebaute und als Betriebsgleis noch vorhandene Strecke durch die Ardeystraße zur Annenstraße wurde für die Linie 11 ertüchtigt und doppelgleisig. In der Annenstraße wurde der zweigleisige Ausbau bis zur Endstelle am Bahnhof Annen fortgesetzt. Die einzige Engstelle blieb hier noch bis Ende der 1960er-Jahre die Überführung der „Rheinischen Bahn“. Die enge Streckenführung in der Johannisstraße konnte nach dem Ausbau der Verbindung über die Ardeystraße aufgegeben werden.

Am Wittener Hauptbahnhof wurde Mitte der 1950er-Jahre eine Gleisschleife über die Bergerstraße, die Bellerslohstraße und die Lessingstraße gebaut. Damit wäre zwischen der Wendeschleife „Wattenscheider Straße“ in Bochum und Witten ein Einsatz der ab 1952 von der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG beschafften Großraum- und Einrichtungswagen möglich gewesen. Dazu kam es jedoch zu keinem Zeitpunkt. 1982 wurden die Schleifenfahrten eingestellt. Die Wendeschleife wurde zurückgebaut.

Nach der Einstellung der Linie 320 wurde auch das Gleisdreieck am Marienhospital entfernt.

In jüngster Vergangenheit wurden Strecken und Haltestellen erneut umgebaut, um einen niveaufreien Zugang zu den modernen Niederflurwagen zu ermöglichen.

  • Hell und freundlich präsentiert sich 2019 die Hauptstraße am Rathaus. 19. September 2019.
    Foto Stefan Höltge