GÜTERVERKEHR

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Die Kleinbahn Bochum – Gerthe – Castrop, aus der später die Bochum-Castroper Straßenbahn GmbH und die Westfälische Straßenbahn GmbH hervorgingen, war das erste Straßenbahnunternehmen im mittleren Ruhrgebiet, das seine Strecken auch für den Transport von Gütern nutzte.

Am 1. Mai 1911 nahm sie ein Gütergleis zur Zeche Lothringen in Gerthe in Betrieb, über das die Steinkohle zum Betrieb der Kraftzentrale des Betriebshofes Gerthe bezogen wurde. Vermutlich wurde dieser erste Güterverkehr mit Normalspur-Güterwagen auf einem Rollwagen durchgeführt. 1914 wurde das Anschlussgleis in der Gerther Kirchstraße stillgelegt. Der Rollwagen wurde im Mai 1917 an die Straßenbahn in Rheydt verkauft.

Im Verlauf des Ersten Weltkrieges konnte die Eisenbahn zunehmend weniger Transportkapazität für zivile Zwecke zur Verfügung stellen. Dieser Umstand hatte zur Folge, dass insbesondere der Transport von Kohle auf Straßenbahnstrecken wieder in den Fokus rückte.

Am 5. Januar 1917 lud das Generalkommando des 7. Armeekorps in Münster die im Industrie- und Handelskammerbezirk Essen tätigen Industrieunternehmen, Bergwerke und Verkehrsnternehmen, ein, um die Möglichkeit von Güterverkehren über die Straßenbahnnetze zu erörtern. Die Westfälische Straßenbahn GmbH gehörte zu den ersten Verkehrsunternehmen im mittleren Ruhrgebiet, die das Thema aufgriffen.

Insbesondere die mittelständisch geprägte Industrie in Witten zeigte daran Interesse. Ein erstes Projekt war im Januar / Februar 1917 der Transport von Kohle von der Zeche „Vereinigte Hamburg & Franziska“ in Annen zum Gußstahlwerk an der Herbeder Straße.

Um das Projekt zu realisieren, hätte man die Strecke in der Bahnhofstraße bis zum Gußstahlwerk fortführen müssen. Es stellte sich heraus, dass auch auf dem Fabrikhof keine ausreichenden Platzverhältnisse für den Kohleumschlag vorhanden waren. Das Projekt scheiterte – ebenso wie ein weiterer Vorstoß des Gußstahlwerkes im Winter 1917.