ERÖFFNUNG

Am 5. Januar 1899 wurde die 6,9 Kilometer lange Straßenbahnstrecke von Langendreer Nord über den Kornmarkt in Witten (heute Alter Markt) zum Bahnhof Bommern feierlich eröffnet. Aus diesem Anlass entstand auch das einführende Bild zu diesem Beitrag. Es zeigt die festlich geschmückten Triebwagen am Eröffnungstag am Bahnhof Bommern (A.-G. Elektricitätsgesellschaft (vorm. O.L. Kummer & Co.) – Sammlung Ludwig Schönefeld). Die Konzession war am 17. September 1898 erteilt worden. Am 4. Januar 1899 war die landespolizeiliche Abnahme erfolgreich verlaufen.

Die im 10-Minuten-Takt befahrene Strecke verlief vom Alten Markt auf der stadtauswärts linken Seite der Ruhrstraße. Vor dem Hotel Voss gab es eine Ausweichstelle die – anders als bei anderen Betrieben – mit Y-Weichen an das Streckengleis angeschlossen wurde.

Von der Ausweichstelle verlief die Strecke weiter auf der linken Straßenseite. Sie passierte das Haus Witten und anschließend die recht enge Bahnüberführung der am 20. Dezember 1848 eröffneten Bergisch-Märkischen Eisenbahnstrecke von Schwelm über Witten und Hagen nach Dortmund.

Hinter der Eisenbahnüberführung veränderte die Ruhrstraße ihren Charakter. Sie war nun bis zur Ruhrbrücke eine von Bäumen gesäumte Allee. Kurz vor der Brücke befand zwischen dem auf der Westseite der Straße liegenden Wasserwerk und der Brücke der Eingang des in Witten beliebten Ruhr- und Strandbades.

Über die drei Brückenbögen der seit 1882 genutzten Ruhrbrücke erreichte die Märkische Straßenbahn die Gemeinde Bommern. Unmittelbar nach der Brücke führte die Strecke über eine enge 90-Grad-Kurve in die nach dem Ruhrmannhof benannte Ruhrmannstraße.

Nach rund 200 Metern folgte die Endstelle am Bahnhof Bommern. Zu diesem Zeitpunkt war noch das alte Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1885 auf der nördlichen Seite der Bahnstrecke in Betrieb.

Obwohl die Linie von Langendreer-Nord nach Bommern als erste Wittener Straßenbahnlinie eröffnet wurde, wurde sie bei der Märkischen Straßenbahn betriebsintern als „Linie 2“ bezeichnet.

Wenige Monate nach der Eröffnung war die Kreuzung der Ruhrtalbahn mittels eines niveaugleichen Bahnübergangs am Bahnhof Bommern fertiggestellt. Die Strecke konnte jetzt über die Brenschen Straße (heute „Auf dem Brenschen“) um 894 Gleismeter bis zur Ortsmitte ergänzt werden. Am 9. Mai 1899 erfolgte die landespolizeiliche Abnahme und unmittelbar darauf die Betriebsaufnahme. Für die Bezeichnung der Endstelle hat sich bis heute „Bommern Denkmal“ erhalten.

  • Hinter dem Fachwerkhaus links lag die erste Endstelle der Straßenbahn in Bommern.
    Unbekannter Postkartenverlag - Sammlung Ludwig Schönefeld